Stadtrat KH Spengler

Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler, Ihre Stimme in Hattersheim

Erster Stadtrat KH Spengler in Hattersheim


Haus der Vereine Okriftel 16.03.2017

Antritts-Rede nach der Vereidigung des 1. Stadtrats Karl Heinz Spengler 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Günter Tannenberger,

sehr geehrte Stadtverordnete,

ich grüße auch die Stadträtinnen und Stadträte sowie deren Vorsitzenden Herrn Bürgermeister Klaus Schindling,

sehr geehrte Damen und Herren der Verwaltung, insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats 4 und hier stellvertretend deren Leiterin Frau Englert,

sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

sehr geehrte Gäste,

ganz besonders herzlich begrüße ich, und das sei mir heute an dieser Stelle erlaubt, die noch amtierende 1. Stadträtin Karin Schnick,

ich begrüße meine persönlichen Gäste, meine Partnerinnen und Partner der Koalition, meine Freunde der FWG, die einen großen Anteil an meinem Erfolg haben, und nicht zuletzt meine liebe Frau Ilona und unsere drei Töchter sowie deren Partner beziehungsweise Partnerin.

Am Ende dieses Begrüßungsreigens begrüße meine Mutter Ilse Spengler. Sie wird in 3 Tagen 91 Jahre jung. Als Mitbegründerin nimmt sie immer noch an Sitzungen der FWG teil und unterstützt uns aktiv.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit meiner Wahl am 19. Januar zum 1. Stadtrat wurde die Umsetzung des Wählerwillens vom 6. März vergangenen Jahres komplettiert. Damit sind die Weichen für die kommenden Jahre endgültig gestellt.

Ich bin erfüllt von Demut und Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber den Wählerinnen und Wählern, die mir dieses Tor geöffnet haben, und ich danke auch all denen, die mitgeholfen haben, mir diesen Weg zu diesem Tor zu bereiten. Ich brauchte letztendlich nur noch durch dieses Tor zu gehen, was ich mit Freude und Zuversicht, wie Sie alle wissen, nun auch tue.

Wer hat schon die Chance, seine Passion zum Beruf zu machen.

Als gebürtiger Okrifteler bin ich schon ein bisschen stolz, dass meine Amtseinführung als 1. Stadtrat hier im Haus der Vereine stattfindet.

116 Jahre nach der Wahl meines Urgroßvaters zum Bürgermeister der damals selbstständigen Gemeinde. Er hatte dieses Amt ehrenhalber 16 Jahre inne. Ihm folgte, dann hauptamtlich, Robert Zeiler, Amtmann aus Höchst.

Ganz besonders erwähnen möchte ich, dass ich als Mitglied des Hattersheimer Geschichtsvereins 1985 e.V. – Förderverein Heimatmuseum – ganz viele Hattersheimer und Eddersheimer Geschichtsfreunde kennengelernt habe und mir diese beiden Stadtteile in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen sind.

Sie fragen sich sicherlich, wie sind die politischen Weichen gestellt, was dürfen wir von dem neuen 1. Stadtrat erwarten?

Ich werde ganz sicherlich nicht die Nachfolge von Frau Schnick antreten. In der Bezeichnung – ja; in dem Dezernatszuschnitt eben nicht. Frau Karin Schnick ist seit nunmehr 18 Jahren Baudezernentin. Wenn man dem neuen 1. Stadtrat ein Attribut zuordnen will, dann ist es sicher richtig, wenn man Sozial- und Kulturdezernent sagt.

Damit wird aber auch klar, dass ich endgültig nicht auf einen meiner Mathelehrer gehört habe. Der hat immer gesagt: „Politik und Soziales, um Gottes Willen!“ Da muss man ja immer Zeitung lesen und sich vorbereiten. In der Mathematik ändert sich, einmal vorbereitet, nicht viel. Deswegen bin ich Mathelehrer geworden, da kann ich guten Gewissens gleich nach dem Unterricht Tennis spielen gehen.

Nun, jeder mag nach seiner Fasson glücklich werden. Eines wird mir allerdings nicht passieren. Ich werde nicht jammern, ich wusste nicht was auf mich zukommt – dank meines Mathelehrers.

Die derzeit dringendste Aufgabe wird die Besetzung aller offenen Personalstellen im Bereich der städtischen Kinderbetreuung sein. Jede nicht besetzte Stelle belastet die Kolleginnen und Kollegen oder verhindert die Aufnahme weiterer Kinder in unseren Einrichtungen. Der Arbeitsmarkt scheint im Hinblick auf Erzieherinnen wie leergefegt.

Trotzdem werden wir die Flinte nicht ins Korn werfen. Wir werden weiter daran arbeiten, den wachsenden Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern zu decken. Und ich bin zuversichtlich, es wird uns gelingen.

Sie werden es gemerkt haben, ich spreche in der Wir – Form. Das tue ich im Bewusstsein, dass ich im städtischen Kitabereich äußerst kompetente und hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter mir weiß. Ihre Ideen und Vorschläge sind in einem „Personalgewinnungs-Konzept“ zu verankern.

Eine Ideensammlung, welche von den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen in Kooperation mit dem zuständigen Referat erarbeitet wurde, liegt hierzu bereits vor. Es ist mir besonders wichtig, diese Vorschläge aufzugreifen, eingehend zu erörtern, zu diskutieren und letztlich in einen förderlichen Maßnahmenkatalog einzubinden.

Als weiteren Schritt werde ich alle Einrichtungen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen lernen wollen. Die städtischen Kitas haben alle ihr spezifisches Umfeld. Ich freue mich und bin gespannt, jedes einzelne Team mit ihren jeweiligen Strukturen kennen zu lernen.

Ohne diese Einblicke, ohne die spezifischen Kenntnisse der Zusammenhänge und den Rat der Referatsleiterin, Frau Englert, einzuholen, kann es sachliche Entscheidungen nicht geben, das möchte ich besonders betonen.

Diese Vorgehensweise werde ich auch im Bereich der Seniorenarbeit anwenden.

Bürgermeister Klaus Schindling ist im Begriff, die bestehende Lücke an Kita – Plätzen in Eddersheim zu schließen. Die katholische Kirchengemeinde in Eddersheim ist bereit, den Betrieb dieser Plätze zu organisieren. Für diese Bereitschaft gebührt der Kirchengemeinde unser Dank.

Die Jugendarbeit findet im Wesentlichen derzeit in den Vereinen und Kirchengemeinden statt. Da sind die Jugendlichen auch gut aufgehoben. Dafür gebührt den Akteuren, die sich um die Jugendlichen bemühen, unser aller Dank. Im Hinblick auf Jugendliche mit dem Bedarf besonderer Zuwendung, ist auf die gute Arbeit des Stadtteilbüros hinzuweisen. Das neue Projekt „Familienoffensive“ hat das Potenzial gerade junge Familien zu fördern und Hilfe anzubieten, wo sie benötigt wird.

Mein sehr geehrten Damen und Herren!

Die städtische Jugendarbeit in Hattersheim bedarf aus meiner Sicht insgesamt einer Neuausrichtung. Eine Neuausrichtung, die sich an allen Bedarfen unserer Jugendlichen im gesamten Stadtgebiet orientiert. Ich möchte allerdings feststellen, dass nicht alles, was in den letzten Jahren an Angeboten vorgehalten wurde, schlecht war. Nein. Dennoch gilt es, die Angebotspalette neu zu strukturieren, sie offener und zielgerechter zu organisieren. Da ist ein klarer Schnitt wichtig und richtig. Dies ist die Voraussetzung für einen Neuanfang.

Dabei wird unser Ziel sein, die Arbeit von Vereinen und Kirchengemeinden noch stärker einzubinden. In dieser Zielsetzung sind wir uns alle einig. Wir, das sind die Koalitionäre, der Bürgermeister und ich.

Dass dies nicht ohne ein vernünftiges Konzept von statten gehen wird ist selbstredend. Es wird, wie bereits gesagt, auch nicht ohne die Vereine und konfessionellen Träger gehen. Und: Es wird auch nicht ohne die Bereitstellung von Mitteln gehen. Aber: Wir werden es zügig angehen, um kurzfristige Ergebnisse zu liefern. Unser avisierter Zeithorizont für das Konzept ist der

  1. Juli dieses Jahres. Das sind ab meinem Amtsantritt gerade einmal drei Monate. Ein ambitioniertes Ziel. Das ist es sicherlich. Aber ich bin sicher, meine Damen und Herren, dass wir das gemeinsam bis dahin auf den Weg bringen werden.

Inklusion, fehlende Betreuungskräfte, Schaffung von Kita-Plätzen, Konzept für die Jugendarbeit, und und und! Sie sehen, es gibt viele Themen im Dezernat, dem ich mich ab April gerne und mit voller Kraft widmen werde.

All das müssen wir noch – in Anführungszeichen – mit angezogener Bremse – dem Schutzschirm angehen. Davon müssen wir weg. Die Hemm muss gelöst werden! Für nicht Okriftler/Hattersheimer: Als Hemm bezeichnet man im hiesigen Dialekt eine Bremse. Diese Hemm, diese Bremse muss gelöst werden.

Die Hemm ist in den Händen des Bürgermeisters und Kämmerers. Ich bin sicher, er wird die finanziellen Hemmnisse in einem überschaubaren Zeitrahmen überwinden und die Stadt nachhaltig zur wirtschaftlichen Gesundung führen.

Lassen sie mich zum Abschluss noch ein paar Worte zum Kulturbereich sagen. Die bewährte Arbeit des Kulturforums wird uneingeschränkt fortgesetzt. Uneingeschränkt hört sich gut an. Vergessen darf man aber nicht, dass das Kulturforum im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen schon auf „Sparflamme“ zurückgefahren wurde. Für die eingesetzten öffentlichen Mittel leistet das Kulturforum eine überragende Arbeit. Den Verantwortlichen in der Geschäftsstelle und den ehrenamtlich dort Wirkenden gebührt Respekt und Anerkennung.

Der Kulturbereich wird in den nächsten Jahren zudem sicher eine enorme Ausweitung erfahren. Ich brauche da nur die Pläne zur Wiedereröffnung der Stadthalle nennen. Da werden zwangsläufig neue Veranstaltungen möglich sein, die Angebotspalette erweitert. Welche neuen Veranstaltungen? Das wird im Wesentlichen vom Nutzungskonzept abhängen.

Hinzu kommt das Museum im ehemaligen Sarotti – Werkstattgebäude, das der Hattersheimer Geschichtsverein betreiben soll. Auch die Geschichte der Phrix ist in angemessener Weise zu präsentieren. Da wird nicht nur der Investor, da werden auch die Geschichtsfreunde Okriftel gefordert sein.

Hattersheim ist eine wachsende Stadt, Hattersheim ist eine grüne Stadt, Hattersheim ist eine menschliche Stadt, Hattersheim ist eine Stadt mit vielfältiger Kultur und vielfältigen Kulturen!

Kurzum – Hattersheim ist eine lebendige Stadt mit Geschichte und Zukunft!

Ich freue mich sehr darauf, die Zukunft unserer schönen Stadt ab April in hauptamtlicher Tätigkeit mitgestalten zu können.

Vielen herzlichen Dank!

Ihr Karl Heinz Spengler

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