Offener Brief des FWG-Fraktionsvorsitzenden an die Bürgermeisterin

Aufklärung ist besser als beleidigt zu sein

Zum Leserbrief „Ungeheuerliche Anschuldigungen “ (Kreisblatt vom 18. Januar) erreichte uns diese Zuschrift:

 

Sehr geehrte Frau Köster,

mit großer Besorgnis beobachte ich, wie sie in Hattersheim eine neue Kultur in die Politik einführen, die nicht geeignet ist, das Vertrauen der Bürger in ihre politischen Vertreter zu stärken. Ich habe den Leserbrief des Herrn Hofmann gelesen. Er hat im Kern einige für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt sehr wichtige Projekte hinterfragt. Wichtig ist, dass er konkret Sachverhalte nennt. Thema ist der Startschuss zum Neubau Kita Süd und in diesem Zusammenhang das Gutachten des Professor Baldauf. Herr Hofmann fragt, ob die Weichenstellung zur Nutzung des Werkstattgebäudes richtig ist. Er bemängelt das Fehlen eines tragfähigen Konzepts zur Entwicklung des inneren Kernstadtbereichs, insbesondere für das Areal der Stadthalle. Das im Schutzschirm vereinbarte Einsparpotential bei einem Verkauf der Stadthalle sei nicht nachgewiesen; dass sieht nicht nur Herr Hofmann so. Dem halten sie, sehr geehrte Frau Köster, entgegen: „Ungeheuerliche Anschuldigungen, falsche Behauptungen und Unterstellungen, entbehren jedoch jeglicher Grundlage, ungeheuerlich.“ Dabei versäumen sie es, sachlich und mit Fakten zu argumentieren.

Äußerungen zur Werkstatt

Der Kern ihres Leserbriefes ist ja ein ganz anderer. Er betrifft den Themenblock Museum, Werkstattgebäude und Geschichtsverein. In diesem Zusammenhang versuchen sie die Glaubwürdigkeit des Herrn Hofmann zu erschüttern. Ungeachtet von der Interpretation des ihm Zugetragenen, versuche ich, den Sachverhalt aufzuklären. Als langjähriges Mitglied des Vereins und aktiver Bewahrer von Heimatgeschichte nahm ich an besagter Mitgliederversammlung teil. Ich erinnere mich genau an Äußerungen ihrerseits, in denen sie einen Zusammenhang zwischen angedachter Nutzung des Werkstattgebäudes und dem Unterkommen des Geschichtsvereins herstellten. Sie haben Folgendes gesagt: „Bei einer zukünftigen Nutzung des Werkstattgebäudes durch die Vereine, wenn sie aus dem Posthof müssen, kann der Geschichtsverein ja schon mal dort einziehen.“ Mein Anspruch ist es, ihre Worte sinngemäß wiederzugeben. Auch andere haben wohl ihre Worte registriert. Es kann durchaus sein, dass der Protokollantin ihre Äußerungen entgangen sind. Auch hier ist Aufklärung und Richtigstellung besser, als beleidigt zu sein.

Mich hat es gefreut, dass mit Herrn Schubert als Förderer des Vereins und Herrn Franssen als Vorsitzender zwei ehemalige und mit Ihnen die amtierende Bürgermeisterin anwesend waren. Nicht zu vergessen die Erste Stadträtin, Frau Schnick. Darüber hinaus waren auch Nicht-Mitglieder anwesend. Allerdings vermisste ich Vertreter der Presse. Waren sie nicht eingeladen? Ein Verein, der in so großzügiger Weise öffentliche Mittel in Anspruch genommen hat und noch beanspruchen will, sollte akribisch auf Transparenz und Öffentlichkeit achten.

Mitgliedschaft verweigert?

Als Mitglied der Vereins wird sie die Frage interessieren: „Warum hat der Verein einem international tätigen und anerkannten promovierten Archäologen und Neubürger der Stadt wie Dr. Dominik Meyer die Mitgliedschaft verweigert?“ Als Stadtverordneter fühle ich mich verpflichtet genau hinzuschauen, wo öffentliche Mittel hinfließen. Wenn der ehemalige Kämmerer Franssen die Kosten für ein Museum auf die Unterhaltungskosten reduziert und die Millionen an Investitionen außen vor lässt, ist das keine solide Basis einer Zusammenarbeit.

Hattersheim und seine Geschichte hat wieder ein Museum verdient. Das Projekt Museum in die Realität der finanziellen Möglichkeiten zu holen, sollte unser gemeinsames Bestreben sein. Dazu brauchen wir aber die Bürger der Stadt, auch kritische Bürger, wie die von Pro-Hattersheim.

Karl Heinz Spengler, Fraktionsvorsitzender FWG Hattersheim

 

Quelle: http://www.fnp.de/hk/region/lokales/main-taunus/aufkl-rung-ist-besser-als-bel_rmn01.c.10435423.de.html

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.