FWG nach wie vor für konstruktive Gespräche mit dem Hattersheimer Geschichtsverein offen

Als Reaktion auf unsere Pressemitteilung zum Stichwort: Stadtmuseum und Mitgliederversammlung des Hattersheimer Geschichtsverein (HGV), erschienen am 17.7.2014 im Hattersheimer Stadtanzeiger, reagierte der Vorsitzende des HGV, Hans Franssen, mit einem offenen Brief am 24.7.2014.

Nachfolgend lesen Sie die Reaktion der FWG-Hattersheim hierzu:

 

Offener Brief:  Antwort der FWG-Hattersheim auf den offenen Brief des HGV-Vorsitzenden vom 21.07.2014 – veröffentlicht im Hattersheimer Stadtanzeiger am 24.07.2014

 

Sehr geehrter Herr Franssen,

zunächst besten Dank für Ihren vorgenannten „Offenen Brief“, auf welchen Sie selbstverständlich eine Antwort verdient haben!

Doch zunächst erlaube ich mir zum besseren Verständnis für unsere Bürgerinnen und Bürger, auf Ursachen und Folgewirkungen im Rahmen einer kleinen Vorbemerkung hierzu hinzuweisen. Und diese beginnt mit der Frage, warum es bisher nicht zur Realisierung des Stadtmuseums in der von Ihnen erhobenen Maximalforderung (Werkstattgebäude) gekommen ist.

Meine Antwort: Man darf Ihre zwölfjährige Amtszeit als Bürgermeister und Kämmerer für diese Stadt nicht außer Acht lassen. Denn während Ihrer Amtszeit haben Sie an verantwortlicher Stelle mit dafür gesorgt, dass unsere Stadt in den so genannten finanziellen „point of no return“ geführt wurde. Eine haushaltspolitische Finanzsituation für unsere Stadt also, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr herausgekommen wäre, gäbe es den Schutzschirm des Landes Hessen nicht!

Als Folge hieraus wurden einerseits städtische Angebote zusammengestrichen, Beispiel Bücherei und Kulturforum, andererseits sind ständig steigende finanzielle Belastungen in fast allen Lebensbereichen, zum Beispiel Kindergarten und Schwimmbad bis hin zur kräftigen Grundsteuer-B-Anhebung, für die Bürger unserer Stadt eingetreten – und dauerhaft weiterhin zu befürchten. Ebenso auch die Tatsache, dass Hattersheim Schutzschirmkommune mit allen negativen Einschränkungen kommunalpolitischen Handelns geworden ist, haben wir im Kern Ihren Amtszeiten zu verdanken. Und genau die Resultate Ihres Wirkens sind es dann letztendlich auch, weswegen Ihnen Ihre Partei, die SPD, als auch die Grünen die Gefolgschaft in der Umsetzung Ihres HGV-Vorhabens verweigerten.

Und glaubt man den Äußerungen Ihrer Nachfolgerin, F.A.Z.-Bericht vom 25.5.2012 – „Hattersheim in Finanznot / Jetzt müssen die Bürger helfen“, Zitat Köster: „Ich wusste, dass es der Stadt finanziell nicht gut geht. Das Ausmaß der finanziellen Schieflage allerdings war mir nicht klar.“ Zitatende, so haben Sie es noch nicht einmal als notwendig erachtet, sie, über Ihre „finanzpolitische Erblasten“ aufzuklären, beziehungsweis angemessen zu informieren.

Ich hoffe jetzt ausdrücklich nicht, dass Sie meine offene Art der Kritik an Ihrer Amtsführung als „persönlichen Angriff“ werten, wie Sie in Ihrem Schreiben nebenbei bemerkten.

Deshalb sachlich weiter. So verweisen Sie auf den Infobrief des HGV für Mitglieder vom September 2013, welchen Sie parallel auch auf dem HGV-Internetportal veröffentlicht hatten. Darin nachzulesen, so Ihre Ausführungen, dass: Herr Torka erklärte, dass bei der Stadt noch ein paar Prüfaufträge anhängig seien … und das der HGV zu gegebener Zeit ein neues aktualisiertes Finanzkonzept für das Museum vorlegen müsste. In diesem Zusammenhang regten Sie an, dass ich noch einmal darüber nachdenken solle, was unter „zu gegebener Zeit“ bedeutet.

Nun, diese Antwort ist vor dem Hintergrund der HGV-Zusage für neue Zahlen sehr einfach zu geben.

Wenn man vorliegende Informationen zur Weitergabe zusagt, dann sollte die hierfür benötigte Zeit nicht länger als eine Woche ab Zusage betragen. Im vorliegenden Fall wurde die Zusage am 9. Juli 2013 von Frau Milas-Quirin gemacht. Demnach hätten die Informationen bis spätestens am 16. Juli 2013 der FWG-Fraktion vorliegen sollen. Und da ich kein Mitglied des HGV bin, vielleicht sollte ich es werden, bitte ich Sie einfach nur darum zu Kenntnis zu nehmen, dass mir von der HGV-Vertreterin zugesagte Informationsmaterialien etwas anderes sind als Veröffentlichungen für Mitglieder auf Ihrem Internetportal.

Was mich an dieser Stelle wiederum ins Erstaunen versetzt ist Ihre Formulierung, dass: Eine neue Berechnung macht nur mit aktuellen Erkenntnissen und neuen Grundlagen Sinn. Diese sind jedoch nicht vorhanden. Ich frage mich vor dem Hintergrund dieser Formulierung schon sehr klar und deutlich, mit welcher Absicht der FWG-Fraktion ganz offensichtlich wider besseren Wissens Zahlenmaterial zugesagt wurde, welches nach Ihrer Formulierung nicht vorhanden war?!

Auch schreiben Sie, dass die Herren Torka und Spengler ein Stadtmuseum für Hattersheim gut fänden. Ja, diese Aussage bleibt nach wie vor richtig! Denn genau aus diesem Grund hat die FWG-Fraktion angeregt, sich für das Gebäude der „Alten Post“ in Hattersheim stark zu machen. Eine Übergangslösung also, welche nach unserer Auffassung auch in dieser schwierigen Situation für unsere Stadt geschultert und somit verantwortet werden kann.

Ebenfalls richtig bemerkt, der Prüfantrag welchen die FWG-Fraktion in die Organe der Stadt, den Haupt- und Finanzausschuss und das Stadtparlament, einbringen wollte. Vereinbarte Grundlage hierfür jedoch war, das zugesagte neue Zahlenmaterial des HGV. Denn was macht es den für einen Sinn, auf der Basis „alter Informationen“ neu prüfen zu sollen?

Nach Ihrem Schreiben hat sich die FWG-Hattersheim intensiv mit der Frage beschäftigt, wie es denn zielführend im Sinne eines Stadtmuseums gemeinsam weitergehen kann. Und dabei sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir nicht bevorzugt auf der Basis „Offener Briefe“ mit Ihnen kommunizieren wollen. Und deshalb bieten wir Ihnen folgendes an:

  • Sehr gerne laden wir Sie (HGV-Vorstand / Vertreter) ein, erneut Sachgespräche mit uns aufzunehmen. Als Zeitrahmen können wir uns direkt die Zeit nach den Sommerferien vorstellen.
  • Ebenso gerne bieten wir Ihnen an, Ihr Thema zum Thema des FWG-Bürgerstammtisches zu machen. Dabei wäre von Vorteil, dass ebenso auch eine interessierte Öffentlichkeit ihre jeweilige Ansicht einbringen könnte.

Unsere Bitte, entscheiden Sie selbst in welcher Form Sie die sachbetonte Zusammenarbeit mit der FWG-Hattersheim fortsetzen wollen und geben uns bitte rechtzeitig, nach Möglichkeit innerhalb der nächsten 14 Tage, Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Willi F. Torka

FWG-Hattersheim e.V.

Vorsitzender und Stadtverordneter

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