Ist ein Gastruseum die Museums-Lösung?

Kritische Anmerkungen des FWG-Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten zum Thema Stadt-Museum:

 

Für mich ist ein Museum in Hattersheim eine Herzensangelegenheit. Die Geschichte der drei Stadtteile ist nicht nur ein Spiegel der Vergangenheit, sondern zeigt auch Prozesse der gesellschaftlichen Entwicklungen auf, aus der wir lernen können und müssen. Sie zeigt auch Stufen der technischen Entwicklung, die ein Museum nicht nur den Kindern näher bringen kann.

Ob Stadtverordneter oder Bürgermeister, für eine Entscheidung braucht es überzeugende Konzepte und Vertrauen in die Akteure – beides sehe ich für mich derzeit nicht. Die Informationen am 16. Dezember 2015 im Alten Posthof waren interessant. Beinhalten sie neue Wege ein Museum einzurichten. Kernpunkt ist eine gemeinsame Fläche für Ausstellungen des geplanten Museums und Eventgastronomie, so zu sagen ein Gastruseum. Ein so konzeptioniertes Projekt kann nur erfolgreich sein und auf Dauer realisiert werden, wenn es aus einem Guss geplant wird. Das Konzept des Vereins ist überholt und mit den neuen Rahmenbedingungen nicht in Einklang zu bringen. Die Reduzierung der Ausstellungsfläche und die geforderte Mobilität der Artefakte werfen eine Reihe von Fragen auf. Sie sind zu klären bevor Fakten geschaffen werden. Was vorgestellt wurde war die Sicht der Investoren, im Verein wurden die veränderten Bedingungen nicht diskutiert. Sieht der Museumsverband eventuell Gefahren für Exponate, die die Bandbreite eines Ausstellungskonzeptes einschränken könnte?

Die Frage wer das Museum betreiben soll, Stadt oder Verein, ließ die Bürgermeisterin unbeantwortet. Könnte das Konzept überzeugend dargestellt werden, wäre es ja auch auf die Stadthalle übertragbar. Das Werkstattgebäude stünde dann als Erweiterungsmöglichkeit für die knappen Kita- und Krippenplätze im Stadtteil Hattersheim zur Verfügung. Braucht man in diesem Gebiet wirklich einen solchen Quartiersmittelpunkt? Der Nordosten Hattersheims ist wesentlich intensiver ausgebaut als das Baugebiet Süd und die Stadthalle ist für alle sehr gut erreichbar. Alles in allem wirft das Hattersheimer Gastruseum mehr Fragen auf als Antworten gegeben werden können.

 

Ihr Bürgermeisterkandidat

Karl Heinz Spengler

FWG-Fraktionsvorsitzender

Leserbrief zu: „Keine großen Lagerhallen“ HK vom 21.12.2015

Eigentümliches Verhältnis zur Wirtschaft

Hätte es noch eines Beleges mangelnder Wirtschaftskompetenz seitens des von „Köster-/Schnick geführten Magistrats“ bedurft, Manfred Becht hat ihn mit seinem Artikel: „Keine großen Lagerhallen“ kurz vor Weihnachten trefflich und überzeugend geliefert!

So schreibt er der Ersten Stadträtin Karin Schnick unter anderem mit Blick auf das DHL-Projekt die Äußerung zu, dass man nicht alles verhindern kann, ein Veto sozusagen nicht immer drin ist.

Und an anderer Stelle führte er unter anderem aus, dass der Umzug der Unisys Deutschland GmbH vor allem für das Thema Gewerbesteuer von Gewicht sei, welche Köster unter dem Stichwort der städtischen Wirtschaftsförderung für den Magistrat reklamiert.

Halten wir fest: Schnick freut sich über sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, jedoch nur dann, wenn diese Arbeitsplätze nicht von der DHL beziehungsweise von Speditionsfirmen bereitgestellt werden.

Und Köster hat wohl ganz offensichtlich nicht mitbekommen, aus welchen Gründen (Halbierung der Belegschaft / FR vom 6. August 2015) Unisys Deutschland GmbH von Sulzbach nach Hattersheim gekommen ist.

Was dies im Konkreten mit Kösters Einschätzung einer Zunahme bei der ertragsabhängigen Gewerbesteuer zu tun hat, ist wohl eher ihrem eigentümlichen Verständnis zu Wirtschaft und Zahlen zuzurechnen anstatt der Lebenswirklichkeit in Unternehmen.

Zur Erinnerung: Als seinerzeit ein internationales Unternehmen den Innovationspark Hattersheim verlassen hatte sagte Köster noch, dass Konzernentscheidungen nicht im Rathaus von Hattersheim getroffen werden und sie deshalb auch keinen Einfluss darauf habe.

So sieht sie also aus, die Wirtschaftsförderung von Köster und Schnick.