Dr. Klaus Michael Schmitt – ein neuer Querdenker im Magistrat!

Und so berichtet das HK über den neuen Magistratsquerdenker:

 

Klaus Michael Schmitt (FWG) löst Hansjürgen Sengstock (FDP) ab

Schmitts Spezialgebiet liegt unter der Erde: Er ist Archäologe. Zur Kommunalpolitik kam der Hattersheimer wegen eines Plakates mit der Überschrift: „Querdenker gesucht!“

Hattersheim. 

Bodenuntersuchungen finden in Hattersheim mit seinen vielen Baustellen immer wieder statt, da kann ein Archäologe im Magistrat nichts schaden. Seine Doktorarbeit wird der Stadt Hattersheim zwar nicht wirklich weiterhelfen können, sie befasste sich mit „nacheiszeitlicher Landschafts- und Besiedlungsgeschichte des Federseebeckens in Oberschwaben“. Klaus Michael Schmitt wird sich aber bei ganz anderen Themen einbringen – er vertritt die FWG künftig im Magistrat.

Der Wechsel findet genau in der Mitte der Wahlperiode statt, und das ist kein Zufall. Nach der letzten Kommunalwahl hätten FDP und FWG, beide mit zwei Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, um einen Stadtratsposten losen müssen. Das aber wollten sie nicht, und so einigte man sich darauf, sich das Amt zu teilen – erst bekommt es die FDP, dann die FWG. Und so wurde jetzt der Freidemokrat Hansjürgen Sengstock von Schmitt abgelöst.

Der FWG-Vertreter kam auf ungewöhnliche Weise in die Politik – über ein Plakat. „Querdenker gesucht“ hatten die Freien Wähler vor der letzten Kommunalwahl öffentlich erklärt, und Schmitt fühlte sich angesprochen. Immerhin wurde er auf den dritten Platz der FWG-Liste für die Stadtverordnetenversammlung gesetzt, was aber für einen Einzug ins Parlament nicht reichte. Die Freien Wähler machten ihn zu ihrem Kandidaten für den ehrenamtlichen Magistrat. Aber auch dort will Schmitt nach eigenem Bekunden als Querdenker auftreten. Das gesamte Bauwesen interessiert ihn, auch von Baukosten habe er Ahnung – ein Thema, das in Hattersheim in den letzten Jahren für erheblichen Diskussionsstoff gesorgt hat. Denkmalschutzfragen seien ihm auch nicht fremd, er bastele an einem denkmalgeschützten Haus an seinem Zweitwohnsitz herum.

Beruflich hat Schmitt es allerdings eher mit Bodendenkmälern zu tun. Der gebürtige Hattersheimer hat unter anderem Ur- und Frühgeschichte sowie Paläoanthropologie (sie befasst sich mit dem Entstehen der spezifischen Merkmale des Menschen) in Freiburg und dann noch jägerische Archäologie und empirische Kulturwissenschaften in Tübingen studiert. Anschließend hat er an der Ausgrabung eines Pharaonengrabes im Nildelta mitgewirkt. Später war er Stadtarchäologe in Oberursel und Flensburg, bis er die Firma MS Terraconsult gründete. Die sucht vor allem künftige Bauplätze nach historischen Befunden ab, das Unternehmen hat auch im Hattersheimer Baugebiet Nordwest gearbeitet.

Interesse an Sozialpolitik

Politische Ambitionen über den Magistrat hinaus habe er nicht, sagt Schmitt, der die Sozialpolitik neben dem Bauwesen als zweites politisches Interessengebiet bezeichnet. Schmitt, Jahrgang 1955, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zeit für weitere Hobbys habe er nicht, von gelegentlichen Konzertbesuchen abgesehen. Fortan hat er ohnehin häufiger als ehrenamtlicher Politiker zu tun. bt